Grundsätze

1. Für eine parteipolitisch unabhängige Studierendenvertretung

Wir verstehen uns als eine freie und parteipolitisch unabhängige Studierendenvertretung und sprechen uns gegen jegliche Parteipolitik in der Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft aus. Die ÖH darf nicht als Karrieresprungbrett für Parteien dienen.

Parteiinteressen dürfen nicht an die Stelle der Interessen der Studierenden treten!

 

2. Für Partizipationsmöglichkeiten auf allen ÖH-Ebenen

Als Zusammenschluss der unabhängigen Listen an den österreichischen Hochschulen ist für uns die Einbindung aller Studierenden in sämtliche Entscheidungsfindungsprozesse der ÖH-Arbeit von zentraler Bedeutung. Alle sollen die Möglichkeit haben, ihre Hochschule  und die ÖH mitzugestalten. Durch niederschwellige Partizipationsmöglichkeiten haben alle Studierende bei uns einen Platz. Wir sind bunte Vielfalt statt eingefärbte Einfalt!

 

3. Für Diversität und Offenheit

Wir setzen uns entschieden gegen jegliche Form der Diskriminierung ein, sei es auf Grund des Geschlechts, der sexuellen Neigung, Hautfarbe, sozialer oder geographischer Herkunft, körperlicher und psychischer Beeinträchtigungen, Religion oder Meinung. Wir treten aktiv gegen diskriminierende Handlungen,  Äußerungen und Strukturen auf.

Wir stehen für inklusive Hochschulen, die sich aktiv für die Bedürfnisse aller Studierenden einsetzen.

 

4. Unsere ÖH-Arbeit ist nachvollziehbar und transparent

Wir kommunizieren unsere Arbeit auf allen ÖH-Ebenen und machen diese für Studierende frei zugänglich. Unsere Vorgehensweise bei Beschlüssen, Argumentationen und Beschaffungen ist durch die Veröffentlichung von Sitzungsunterlagen und niederschwellige Kontaktmöglichkeiten transparent und nachvollziehbar.

 

5. Wir sind ehrlich und echt

Durch unser mannigfaltiges Engagement in den lokalen Hochschulgruppen wissen wir, was getan werden muss, und scheuen nicht darauf hinzuweisen – sei es vor Ort an den Hochschulen oder im gesellschaftspolitischen Kontext.

Wir stehen zu unserer Meinung und vertreten diese öffentlich. Es ist nicht unsere Aufgabe, allen zu gefallen, sondern die Studierenden bestmöglich zu vertreten.

 

6. Starkes und klares Studienrecht für alle Studierenden

Die Einführung eines starken bundesweiten Studienrechts für Studierende aller Hochschulen ist unverzichtbar! Egal ob Fachhochschule, Pädagogische Hochschule, Privatuniversität oder Universität, alle Studierenden benötigen eine bundesweit einheitliche Absicherung im Studien- und Prüfungsrecht. Der rechtliche Status darf nicht länger davon abhängen in welcher Rechtsform eine Hochschule organisiert ist.

Wir begrüßen eine starke Autonomie der Hochschulen, sehen allerdings ein einheitliches bundesweites Studienrecht als Voraussetzung dafür.

 

7. Flexibilität im Studium statt verordneter Scheuklappen

Nur durch individuelle Schwerpunktsetzungen im eigenen Studienplan können Studierende zu mündigen AkademikerInnen werden. Starre Studienpläne sind hinderlich für die Entwicklung einer selbstständigen und kritisch denkenden Persönlichkeit. Sie beschränken die Möglichkeiten und das Bedürfnis, sich über die eigene Fachrichtung hinaus Wissen anzueignen. Deshalb stehen wir für Flexibilität im Studium, für Wahlfreiheit und individuelle Schwerpunktsetzung. Studierenden muss die Möglichkeit offen stehen, ihren Horizont auch über die Pflichtfächer und ihre Haupt-Hochschule hinaus zu erweitern. Internationale Mobilitätsprogramme tragen zur Horizonterweiterung und Vernetzung der österreichischen Gesellschaft mit Hochschulen in der EU und darüber hinaus bei. Diese Programme müssen für alle Studierenden nutzbar sein.

 

8. Für die Ausfinanzierung der Hochschulen

Für uns ist Bildung eines der höchsten Güter der Gesellschaft. Hochschulen sind Zentren des Diskurses und Ausgangspunkte des gesellschaftlichen Fortschritts. Deshalb müssen Hochschulen ausfinanziert werden. Wenn Hochschulen auf das Geld aus der Wirtschaft angewiesen sind, ist freie Forschung und Lehre unmöglich. Drittmittel dürfen nur Zusatzeinnahmen und nicht essentiell für den Betrieb der Hochschulen sein.

 

9. Gegen die fortschreitende Verschulung der Hochschulbildung

Wir kritisieren den Wandel der Hochschulen zu reinen Ausbildungseinrichtungen. Für uns bedeutet ein Studium weder das bloße Konsumieren von Lehrinhalten noch eine reine Berufsausbildung, sondern eine kritische Auseinandersetzung mit Wissen und Forschung. Die Hochschulen müssen dazu beitragen, eine mündige Gesellschaft zu bilden, die kritisch hinterfragt und selbstständig denkt.

 

10. Für einen freien und offenen Hochschulzugang

Wir lehnen Studiengebühren ab und streben einen offenen Hochschulzugang ohne Zugangsbeschränkungen an. Wir sprechen uns gegen neue und für die Abschaffung  bestehender Zugangsbeschränkungen aus. Bevor der Hochschulzugang für alle uneingeschränkt möglich ist, müssen die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden – entweder durch den Ausbau der Kapazitäten an bestehenden Hochschulen oder durch die Schaffung neuer Standorte mit den dafür notwendigen und ausreichenden Ressourcen.

 

11. Für Chancengleichheit

Wir treten für die umfassende Unterstützung Studierender ein und streben insbesondere den Ausbau der finanziellen Studienunterstützung an. Aber auch günstiges Wohnen z.B. in geförderten Studierendenwohnheimen, leistbares Essen in der Mensa und verbilligte Tickets für öffentliche Verkehrsmittel sind uns ein Anliegen.

Wir setzen uns für den Abbau von sozialen Schranken in der Hochschullandschaft ein.

Es darf weder die finanzielle Stellung noch das Einkommen der Eltern über den Beginn oder den erfolgreichen Abschluss des Studiums entscheiden.

 

12. Einheit von Lehre und Forschung

Wir setzen uns für die Einheit aus Lehre und Forschung ein. Lehre darf nicht das bloße Pflichtprogramm nach Lehrplan sein, sondern sie soll auch Einblick in und eine kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Forschungsthemen bieten.

 

13. First Generation Students

Wir setzen uns insbesondere für die Förderung und Unterstützung sogenannter First Generation Students ein, die in ihrem Hintergrund keine AkademikerInnen haben. Diese haben es oft schwerer ein Studium zu beginnen, erfolgreich im Studium voran zu kommen und abzuschließen und brauchen daher individuelle Beratung und Unterstützung. Der Bildungsgrad der Eltern darf nicht über Bildung entscheiden.

 

14. Studierende als Teil der Hochschule

Studierende sind die größte Personengruppe an den Hochschulen. Wir verstehen uns weder als KundInnen noch als Produkte, sondern als mitverantwortliche Angehörige der Bildungseinrichtungen. Als solche sehen wir die studentische Partizipation in allen möglichen Hochschulprozessen als essentiell an. Ohne Studierende wären Hochschulen nur Forschungseinrichtungen und keine Orte von Lehre und Bildung. Studierende müssen daher in alle Entscheidungsprozesse an den Hochschulen mit einbezogen werden, beispielsweise mit Drittelparität in Gremien und dem Ausbau demokratischer Strukturen.

Die aktive und demokratische Mitbestimmung von Studierenden an Hochschulen bestärkt uns darin, konsequent für eine demokratische Gesellschaft und deren Stärkung zu arbeiten.