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Hochschulen in der Gesellschaft

Für die Ausfinanzierung und Autonomie der Hochschulen

Die von Hochschulen gewonnenen Erkenntnisse müssen der Allgemeinheit dienen. Aus diesem Grund sehen wir die Finanzierung eben dieser als Aufgabe des Staates an. Durch eine solide Finanzierung herrscht zum einen Planungssicherheit für Hochschulen und zum anderen wird der Einfluss privater Unternehmen durch Drittmittel zurückgedrängt.

Ausfinanzierung bedeutet für uns, dass Hochschulen ihren Lehr- und Forschungsauftrag ohne zusätzliche Gelder aus der Wirtschaft durchführen und ausbauen können. Lediglich die Erhaltung der derzeitigen Strukturen ist aus unserer Sicht nicht ausreichend.

Wir sind der Überzeugung, dass die freie Wissenschaft und der kritische Geist der Gesellschaft nur durch autonom agierende Hochschulen gewährleistet werden können. Hochschulen müssen frei von Einflussnahme durch Politik und Wirtschaft handeln können.

Studiengebühren stellen für viele Studierende eine große finanzielle und psychische Belastung dar, welche eine effektive Ausbildung erschweren. Besonders Studierende aus einkommensschwachen Familien sind häufig gezwungen, neben dem Studium einer Arbeit nachzugehen, was zu verlängerten Studienzeiten und erhöhtem Druck führt. Wir sehen die Ausfinanzierung der Hochschulen, insbesondere der Fachhochschulen, als eine gesamtheitlich dem Staat zugrunde liegende Aufgabe an, welche nicht auf Studierenden abgewälzt werden darf. Daher fordern wir ein umfassendes, gesamtstaatliches Finanzierungsmodell, das eine langfristige Sicherstellung der Lehr- und Forschungsqualität an allen Hochschultypen gewährleistet und die vollständige Abschaffung sämtlicher Studiengebühren inkludiert.

Besonders kritisch sehen wir, dass Studierende aus Drittstaaten mit der Zahlung deutlich höherer Studienbeiträge schon ab Studienbeginn strukturell benachteiligt werden. Dies muss abgeschafft werden.

Für einen umfassenden Auftrag der Hochschulen

Für uns besteht der Auftrag von Hochschulen aus drei gleichwertigen Säulen: Forschung, Lehre und gesellschaftliches Engagement/Wissenschaftskommunikation.

In der Realität wird jedoch die Forschung aufgrund finanzieller Erwägungen priorisiert, was wir Studierende vor allem durch mangelhafte Zeitressourcen der Lehrenden spüren.
Neben Lehre und Forschung ist zudem das Hinaustragen wissenschaftlicher Erkenntnisse gerade in einer Zeit zunehmender Wissenschaftsskepsis wichtiger denn je.

Wir stehen demnach für eine Hochschulpolitik aus drei tragfähigen Säulen auf Augenhöhe.

Das Hinaustragen wissenschaftlicher Erkenntnisse ist in einer Zeit zunehmender Wissenschaftsskepsis wichtiger denn je. Wir sehen die Hochschulen, aber auch uns Studierende in der Verantwortung, durch Wissenschaftskommunikation in die Gesellschaft hineinzuwirken. Es braucht daher mehr Budget für Wissenschaftskommunikation an Hochschulen und eigene PR-Stellen, die Wissenschafter_innen im Außenauftritt unterstützen. Wir sehen auch in ÖH-Magazinen das Potential für Studierende, wissenschaftliche Erkenntnisse der Gesellschaft zu kommunizieren.

Für die ethische Reflexion von Lehre und Forschung

Wir stehen für einen verantwortungsvollen Umgang in der Wissenschaft. Forschungsethik beginnt zwar in Laboren, Hörsälen oder Werkstätten, endet jedoch nicht an der Türschwelle der Hochschule. Das Handeln in wissenschaftlichen Einrichtungen hat Folgen für die gesamte Gesellschaft. Wissenschaftler_innen müssen sich dessen bewusst sein und Folgenabschätzungen zu Forschungsprojekten offenlegen. Um einen verantwortungsvollen Umgang sicherzustellen, setzen wir uns für die Einrichtung von unabhängigen Stabsstellen an der Hochschule zur Evaluierung von Forschungsprojekten hinsichtlich ethischer Fragestellungen ein. Diese sollen des Weiteren eine Beratungsstelle für Forschende, Studierende und Lehrende zum Thema ethische Forschung sein. Die Herkunft von Drittmitteln soll offen gelegt werden, um Transparenz zu gewährleisten.

Lehrende müssen sich außerdem ihrer Verantwortung bewusst sein und sich in ihren Lehrinhalten mit ethischen Fragestellungen auseinandersetzen und Studierende anregen, Themen ganzheitlich zu betrachten und kritisch zu hinterfragen.

Ethik ist sowohl in der Forschung als auch in der Lehre ein sehr relevantes Thema. Um dies an Hochschulen präsenter zu machen und einen Ort für Diskussion zwischen den Mitgliedern der Hochschulen zu schaffen, soll verpflichtend an allen Hochschulen eine “Ethikplattform” geschaffen werden. In dieser sollen Vertreter_innen aller Organisationseinheiten der Hochschule sowie Studierende vertreten sein. Als Vorbild dafür soll die Ethikplattform der Universität für Bodenkultur Wien dienen.