Reform des HSG 1998 – Forderungen erfüllt, neue Probleme geschaffen

Die Unab­hän­gi­gen Fach­schafts­lis­ten Öster­reich (FLÖ) begrü­ßen, dass in der heu­te vor­ge­stell­ten Novel­le des Hoch­schü­le­rin­nen- und Hoch­schü­ler­schafts­ge­set­zes (HSG) vie­le der Punk­te umge­setzt wer­den, wel­che die FLÖ seit der Reform im Jah­re 2005 for­dern, unter Ande­rem die Gleich­stel­lung der Hoch­schul­sek­to­ren, Direkt­wahl der Bun­des­ver­tre­tung und das Wahl­recht für alle ordent­li­chen ÖH-Mit­glie­der: „Ab jetzt sind alle Stim­men gleich viel wert – ein gro­ßer Schritt für die Demo­kra­tie”, so Yvon­ne Witt­mann, Bun­des­spre­che­rin der FLÖ.

Der Gesamt­ein­druck wird aller­dings getrübt: das Minis­te­ri­um will sich die Mög­lich­keit geben, nach Belie­ben Beschlüs­se aller ÖH-Gre­mi­en von Stu­di­en­ver­tre­tun­gen bis zur Bun­des­ver­tre­tung zu hem­men. Eben­falls soll über die Vor­sit­zen­den der Gre­mi­en das Damo­kles­schwert der Amts­ent­he­bung gehängt wer­den, wenn sie der Rechts­mei­nung des Minis­te­ri­ums nicht ent­spre­chen. Dadurch wird die ÖH der Will­kür der jewei­li­gen Regie­rung aus­ge­lie­fert: „Wer nicht spurt, fliegt – so kann Poli­tik nicht funk­tio­nie­ren.” meint Andre­as Weber, Pres­se­spre­cher der FLÖ. „In ande­ren Ver­tre­tungs­kör­per­schaf­ten, etwa der Wirt­schafts­kam­mer, wäre das undenk­bar.”

Vie­le demo­kra­tie­po­li­tisch not­wen­di­gen Mög­lich­kei­ten der Mit­spra­che wer­den der ÖH wie­der gege­ben oder neu geschaf­fen: Die Pri­vat­uni­ver­si­tä­ten wer­den in die ÖH ein­ge­bun­den, alle ordent­li­chen ÖH-Mit­glie­der sind nun aktiv und pas­siv wahl­be­rech­tigt und die Wirt­schafts­re­fe­ra­te kön­nen sich nun ver­tre­ten las­sen. Dass die wich­ti­gen Ände­run­gen, denen nie­mand wider­spricht, end­lich umge­setzt wer­den, ist erleich­ternd. Dass im glei­chen Zug die poli­ti­sche Frei­heit der Stu­die­ren­den­ver­tre­tung (so mas­siv) ein­ge­schränkt wird, ist unnö­tig.

_____________
Den gesam­ten Begut­ach­tungs­ent­wurf gibt es hier zm Down­load:
Vor­blatt-HSG-2014_
Erläu­te­run­gen_HSG-2014
HSG-2014_(Begutachtung)

Stellungnahme zum Änderungsentwurf der Studienbeitragsverordnung 2004 (Dezember 2009)

Anläss­lich der im Som­mer Uni­ver­si­täts­ge­set­zes-Novel­le vom Juli 2009 ist es auch nötig, die Stu­di­en­bei­trags­ver­ord­nung zu ändern. Die FLÖ neh­men zu dem Ände­rungs­ent­wurf Stel­lung. In der Uni­ver­si­täts­ge­set­zes­no­vel­le wur­de die FLÖ-For­de­rung umge­setzt, dass Stu­di­en­bei­hil­fe­be­zie­he­rIn­nen wei­ter­hin kei­ne Stu­di­en­ge­büh­ren zah­len müs­sen. In der dadurch nöti­gen Ände­rung der Stu­di­en­bei­trags­ver­ord­nung 2004 wird die Umset­zung gere­gelt. Wei­ters wird es zukünf­tig trans­pa­ren­te Stich­da­ten für Rück­erstat­tung des Stu­di­en­bei­trags und Rege­lun­gen für Mehr­fach­stu­die­ren­de geben. Die Rich­tung des Ent­wur­fes ist ein posi­ti­ver, wobei es noch viel Ver­bes­se­rungs­mög­lich­kei­ten gibt, die die FLÖ in ihrer Stel­lung­nah­me auf­zei­gen. Zusätz­lich wer­den alte noch nicht umge­setz­te For­de­rung noch ein­mal geäu­ßert.
Stu­Bei­Vo Stel­lung­nah­me als PDF