Für starke demokratische Strukturen und Mitspracherecht der Studierenden
Wir stehen für starke demokratische Strukturen an Hochschulen. Gremien, in denen alle Personengruppen einer Hochschule zusammentreten (Senate, Kollegien, etc.), sind das demokratische Grundgerüst von Hochschulen und gehören gestärkt. Unserer Meinung nach sollen alle Hochschulangehörigen gleichmäßig in diesen vertreten sein.
Studierende sind die größte Personengruppe an den Hochschulen. Wir verstehen uns weder als Kund_innen, noch als Produkte, sondern als mitverantwortliche Angehörige und aktiv Mitgestaltende. Hochschulen leben von dem Zusammenspiel zwischen Forschung und Lehre, welches ohne Studierende nicht möglich wäre. Daher müssen Studierende in alle Entscheidungsprozesse an Hochschulen eingebunden werden, beispielsweise durch eine drittelparitätische Besetzung der Gremien auf allen Ebenen (= jeweils ⅓ der Mitglieder aus Professor_innen, wissenschaftlichem/künstlerischem Personal und Studierenden). Insbesondere an Hochschulen, an denen die Stimme der Studierenden bisher wenig Gehör gefunden hat, muss die studentische Partizipation stark ausgebaut werden.
Echte Mitbestimmung durch Partizipation und Drittelparität
Studierende werden in vielen Hochschulgremien und Lehrveranstaltungen nicht ausreichend an Entscheidungen beteiligt. Ohne eine starke Stimme der Studierenden auf allen Ebenen bleiben zentrale Entscheidungen einseitig und berücksichtigen weder ihre Bedürfnisse noch ihren Beitrag zur Hochschulentwicklung. Daher fordern wir, dass eine Drittelparität in entscheidungsrelevanten Gremien eingeführt, die freie Wahl der Prüfungsbedingungen ab dem zweiten Antritt ermöglicht und die aktive Mitgestaltung der Inhalte und Didaktik in Lehrveranstaltungen sichergestellt wird.
Einbindung der Hochschulvertretungen in den Prozess der Leistungsvereinbarungen
Die Hochschulvertretungen sollen in die vorbereitenden Gespräche zu den Leistungsvereinbarungen und Entwicklungsplänen verpflichtend eingebunden werden. Da mit diesen Dokumenten wesentliche Eckpunkte und Verpflichtungen für die Hochschulen geformt werden, ermöglicht die Partizipation Anliegen der Studierenden direkt in die zukünftige Entwicklung der Hochschulen mit einfließen zu lassen.
Für eine offene, inklusive und transparente Vertretungsarbeit in der ÖH
Alle Studierenden sollen die Möglichkeit haben, durch Vertretungsarbeit ihre Hochschule mitzugestalten. Wir als FLÖ sind ein Zusammenschluss unabhängiger Hochschullisten und daher ist für uns die Einbindung aller Studierenden in sämtlichen Entscheidungsfindungsprozessen an den Hochschulen und in der Arbeit in der ÖH von zentraler Bedeutung. Durch niederschwellige Partizipationsmöglichkeiten sollen alle Studierende bei uns einen Platz finden. Wir sehen uns als Plattform für motivierte Studierende, studentische Organisationen und Institutionen, wobei das ehrenamtliche Engagement nicht von Fraktionszugehörigkeit abhängen darf und auch partei- und fraktionslose Studierendenvertreter_innen bei uns Gehör finden.
Um Studierenden die Arbeit der ÖH frei zugänglich zu machen, ist es uns wichtig, eben diese transparent zu kommunizieren. Wir stehen dafür, dass die ÖH getroffene Beschlüsse und die dahinter liegende Argumentation sowie ihre Finanz- und Personalentscheidungen veröffentlicht.
Transparente Verwendung der ÖH-Beiträge
Wofür wird mein ÖH-Beitrag eigentlich verwendet? Die ÖH hat zwar umfassende Verpflichtungen, ihre Finanzen offenzulegen, wer jedoch herausfinden will, wo das Geld hingeht, muss sich durch seitenlange Jahresabschlüsse und Berichte wühlen. Wir sehen die ÖH in der Verpflichtung, ihren Mitgliedern mitzuteilen, wofür ihre Beiträge verwendet werden. Daher fordern wir eine aktive Kommunikation über die Verwendung der Geldmittel mit ansprechenden Grafiken. Dies soll zudem mit einer österreichweiten Kampagne der ÖH thematisiert werden.
Für eine starke lokale Vertretung
Der unmittelbare Austausch zwischen Studierenden und ihren direkten lokalen Vertretungen ist von unschätzbarem Wert für eine erfolgreiche und bedarfsorientierte Vertretungsarbeit. Studienvertretungen als gesetzlich verankerte Organe, aber auch lose Verbindungen, wie Fachschaften, Basisgruppen oder Dunstkreise, sind für Studierende in der Realität erste Ansprechpartnerinnen bei diversen Anliegen oder Problemen. Ihre Nähe ermöglicht es, schnell und effektiv Lösungen bei individuellen Problemen und Fragestellungen zu entwickeln. Zudem sind sie in der Lage, Studierende zu motivieren, selbst die eigene Hochschule aktiv mitzugestalten.
Daher möchten wir die lokalen Vertretungen stärken und eine effektive Zusammenarbeit mit Studierenden sicherstellen, sodass jegliche Anliegen der Studierenden angemessen vertreten werden. Nur durch eine starke und engagierte Basis kann eine dynamische, effektive und zukunftsorientierte Hochschulpolitik gelingen.
Zudem ist es uns ein Anliegen, dass der Aufwand, der durch Beratung, Organisation von Vernetzungsveranstaltungen oder Ähnlichem anfällt, von den Hochschulen adäquat anerkannt und die betroffenen Studierenden angemessen gefördert werden.
Studentische Mitbestimmung
Studierende verfügen derzeit über keine ausreichenden demokratischen Instrumente, um aktiv auf die Gestaltung von Studienplänen und andere hochschulpolitische Entscheidungen Einfluss zu nehmen. Ein gut strukturiertes “studentisches Volksbegehren” würde die Möglichkeit schaffen, Reformanliegen direkt zu formulieren und gleichzeitig die Hochschulen dazu zu bringen, sich transparent und verbindlich mit diesen Anliegen auseinanderzusetzen. Wir fordern daher ein “studentisches Volksbegehren” zu etablieren, das durch geregelte Fristen, faire Quoren und Sonderbestimmungen besonders für kleine Studiengänge den Studierenden eine wirksame und gleichberechtigte Mitgestaltung des Hochschulalltags ermöglicht.
Kontrollrechte für Studierendenvertreter_innen in der Lehre
Die Qualität und Transparenz von Prüfungen sowie Lehrveranstaltungen können ohne wirksame Kontrollmechanismen seitens der Studierendenvertretung nicht ausreichend gewährleistet werden. Durch das aktive Kontrollrecht der Studierendenvertretung können Missstände in der Prüfungsdurchführung frühzeitig erkannt, dokumentiert und behoben werden, was langfristig zur Verbesserung der Studienqualität beiträgt. Daher müssen Studierendenvertreter_innen umfassende und verbindliche Kontrollrechte erhalten, um Prüfungen und Lehrveranstaltungen regelmäßig beiwohnen und dokumentieren zu können, wobei die Einhaltung dieser Rechte durch klare Verfahren und Fristen sichergestellt wird. Die Ergebnisse der Dokumentation sollen zudem in die Qualitätssicherung der Lehre einfließen. Vertreter_innen aus Studienvertretungen sollen auch Zugang zu Prüfungsstatistiken ihrer Studien erhalten, um “Problem”-Prüfungen identifizieren und sich für Verbesserungen einsetzen zu können.