Forderungen

Leistbarer Studienalltag

Leist­ba­re Tickets für Öffis
Um die Mobi­li­tät der Stu­die­ren­den leist­ba­rer zu machen, for­dern wir ein güns­ti­ges Öffi­ti­cket für Stu­die­ren­de ohne Kop­pe­lung an eine Alters­gren­ze. Dabei soll die Arbeit der letz­ten Jah­re fort­ge­setzt wer­den und in wei­te­rer Fol­ge ein öster­reich­wei­tes Stu­die­ren­den­ti­cket umge­setzt werden.

Gerech­tes Bei­hil­fen­sys­tem: Stu­di­en­bei­hil­fe, Familienbeihilfe
Seit Jah­ren ist die Stu­di­en­bei­hil­fe trotz Infla­ti­on nicht ange­passt wor­den. Auch die Alters­gren­ze der Fami­li­en­bei­hil­fe wur­de auf 2425 Jah­re her­ab­ge­setzt. Da das Leben trotz­dem nicht bil­li­ger gewor­den ist, bleibt den Stu­die­ren­den real weni­ger Geld. Wir for­dern daher end­lich eine Anpas­sung der Bei­hil­fen. Auch die Her­ab­set­zung der Alters­gren­ze der Fami­li­en­bei­hil­fe muss rück­gän­gig gemacht wer­den und wie­der bis min­des­tens 27 mög­lich sein.

Leist­ba­res Wohnen
Neben einem gene­rel­len Anstieg der Lebens­hal­tungs­kos­ten zeigt die Stu­die­ren­den­so­zi­al­er­he­bung 2015 deut­lich, dass Stu­die­ren­de den größ­ten Teil des ihnen zur Ver­fü­gung ste­hen­den Gel­des fürs Woh­nen aus­ge­ben müs­sen. Nicht nur die stei­gen­den Prei­se des pri­va­ten Woh­nungs­mark­tes tra­gen zu die­ser Situa­ti­on bei, auch die Plät­ze in Stu­die­ren­den­hei­men wer­den auf­grund des stei­gen­den Bedarfs immer teu­rer. Wir for­dern daher einen Aus­bau von leist­ba­ren Stu­die­ren­den­wohn­hei­men und die Ent­wick­lung von neuen
Wohn­raum­kon­zep­ten, um Stu­die­ren­den den Start in ein eigen­stän­di­ges Leben zu erleichtern.

Abschaf­fung des Studienbeitrags
Durch Stu­di­en­bei­trä­ge wird die Ungleich­be­hand­lung Stu­die­ren­der in der öster­rei­chi­schen Hoch­schul­land­schaft maß­geb­lich mit­ver­ur­sacht. Neben den schwer­wie­gen­den sozia­len Fol­gen ver­schul­den sie auch einen unnö­ti­gen Ver­wal­tungs­auf­wand, der sich durch die Gebüh­ren selbst deckt und kei­nen Bei­trag zur Aus­fi­nan­zie­rung der Hoch­schu­len leis­tet. Gera­de Dritt­staa­ten-Stu­die­ren­de, die den dop­pel­ten Stu­di­en­bei­trag ent­rich­ten müs­sen und ohne­hin auch durch Benach­tei­li­gun­gen am Arbeits­markt höhe­ren Belas­tun­gen aus­ge­setzt sind, wer­den durch die aktu­el­len Rege­lun­gen mas­siv dis­kri­mi­niert. Daher for­dern wir die end­gül­ti­ge Abschaf­fung der Stu­di­en­bei­trä­ge für alle, unab­hän­gig von der Stu­di­en­dau­er, um den frei­en Hoch­schul­zu­gang gewähr­leis­ten zu können.

Zuver­dienst­gren­zen
Der­zeit beträgt die Zuver­dienst­gren­ze 10.000 €. Vie­le Stu­die­ren­de sind sowohl auf Bei­hil­fen oder Sti­pen­di­en als auch auf ihr Ein­kom­men ange­wie­sen, um stu­die­ren zu kön­nen. Die Tat­sa­che, dass über die Zuver­dienst­gren­ze hin­aus­ge­hen­de Ein­künf­te in vol­lem Umfang von den Bei­hil­fen abge­zo­gen wer­den, führt zu absur­den Situa­tio­nen. Um sich ihr Stu­di­um finan­zie­ren zu kön­nen, arbei­ten Stu­die­ren­de knapp unter der Zuver­dienst­gren­ze, jede zusätz­li­che Tätig­keit neben dem Stu­di­um ver­zö­gert aber den Stu­di­en­fort­schritt, führt aber nicht zu den not­wen­di­gen finan­zi­el­len Res­sour­cen. Daher set­zen wir uns dafür ein, die Zuver­dienst­gren­ze für Stu­die­ren­de, die Fami­li­en­bei­hil­fe, Stu­di­en­bei­hil­fe oder Selbst­er­hal­te­rIn­nen­sti­pen­di­um bezie­hen, zu erhöhen.

Ver­si­che­run­gen
Sind Stu­die­ren­de nicht mit ihren Eltern mit­ver­si­chert, müs­sen sie sich selbst ver­si­chern, um nicht im Fal­le einer Behand­lung sämt­li­che Kos­ten selbst tra­gen zu müs­sen. Die stu­den­ti­sche Selbst­ver­si­che­rung ist in ihrer Dau­er jedoch beschränkt. Daher sind vie­le Stu­die­ren­de gezwun­gen nach deren Ablauf in die Selbst­ver­si­che­rung für gering­fü­gig Ange­stell­te wech­seln. Wir for­dern leist­ba­re und nie­der­schwel­li­ge Kran­ken­ver­si­che­rung für Stu­die­ren­de, die nicht mit ihren Ange­hö­ri­gen mit­ver­si­chert sind.

Workload
Für einen Stu­di­en­erfolg müs­sen Stu­die­ren­de vie­le Pflicht­lehr­ver­an­stal­tun­gen besu­chen, die mit star­ren Anwe­sen­heits­pflich­ten ver­bun­den sind und nur zu unfle­xi­blen Zei­ten abge­hal­ten wer­den. Da Stu­die­ren­de oft zusätz­lich zu ihrem Stu­di­um arbei­ten gehen sowie auch Betreu­ungs­pflich­ten nach­kom­men müs­sen oder sich ander­wei­tig enga­gie­ren, haben sie mit einem hohem Workload und dar­aus fol­gen­den Belas­tun­gen zu kämp­fen. Wir for­dern die Siche­rung der Stu­dier­bar­keit für Stu­die­ren­de, die auf­grund von Betreu­ungs­pflich­ten oder Berufs­tä­tig­keit kei­nem Voll­zeit­stu­di­en­mo­dell fol­gen können.

Qualität im Studium

Frei­er Hochschulzugang
Alle Stu­di­en­wer­be­rIn­nen müs­sen die glei­chen Chan­cen für eine Zulas­sung zum Stu­di­um haben. Wir spre­chen uns für einen frei­en Hoch­schul­zu­gang aus. Sofern jedoch Zugangs­be­schrän­kun­gen exis­tie­ren, sol­len die­se so fair wie mög­lich gestal­tet wer­den. Lang­fris­ti­ges Ziel muss den­noch die Abschaf­fung die­ser sein. Um das zu ermög­li­chen, müs­sen die ent­spre­chen­den Rah­men­be­din­gun­gen geschaf­fen wer­den – ent­we­der durch den Aus­bau der Kapa­zi­tä­ten an bestehen­den Hoch­schu­len oder durch die Schaf­fung neu­er Stand­or­te sowie durch den mas­si­ven Aus­bau qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ger Bera­tungs­an­ge­bo­te für Stu­di­en­wer­be­rIn­nen. Gebüh­ren für Auf­nah­me­tests müs­sen abge­schafft wer­den, um Stu­die­ren­de mit sozio­öko­no­misch schwä­che­rem Hin­ter­grund nicht am Hoch­schul­zu­gang zu hin­dern. Die FLÖ spre­chen sich dafür aus, dass an allen Hoch­schu­len die nöti­gen Rah­men­be­din­gun­gen geschaf­fen wer­den, um qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ges Stu­die­ren zu ermög­li­chen – ohne Zugangsbeschränkungen.

Qua­li­tät in der Lehre
Ver­pflich­ten­de Lehr­ver­an­stal­tungs­eva­lu­ie­run­gen, um eine Stär­kung der Leh­re an den Hoch­schu­len zu bewir­ken, sind die Grund­la­ge einer zu eta­blie­ren­den Qua­li­täts­kul­tur. Posi­ti­ve sowie nega­ti­ve Leis­tun­gen sol­len ver­pflich­tend ver­öf­fent­licht wer­den und nach­voll­zieh­ba­re Aus­wir­kun­gen haben. Durch die­se trans­pa­ren­ten Maß­nah­men wird eine Ver­bes­se­rung der Lehr­qua­li­tät und erzielt. Die Eta­blie­rung einer nach­hal­ti­gen Qua­li­täts­si­che­rung kann nur durch eine umfas­sen­de Ein­bin­dung und Berück­sich­ti­gung der Stu­die­ren­den erreicht wer­den. Wir for­dern ver­pflich­ten­de didak­ti­sche und tech­ni­sche Fort­bil­dun­gen für alle Leh­ren­den, um eine nach­hal­ti­ge Qua­li­täts­si­che­rung an den Hoch­schu­len zu gewähr­leis­ten. Gleich­zei­tig wol­len wir einen Aus­bau des Lehr­ver­an­stal­tungs­an­ge­bots mit neu­en Medi­en und die Erwei­te­rung der digi­ta­len Leh­re (z.B. Blen­dend Learning, Mooc‘s) forcieren.

Durch­läs­sig­keit
Die Durch­läs­sig­keit an den Hoch­schu­len muss drin­gend ver­bes­sert wer­den, sowohl bei der Stu­di­en­zu­las­sung als auch beim Stu­di­en­wech­sel. Ein­heit­li­che Stan­dards für Über­gän­ge zwi­schen und inner­halb der Hoch­schul­sek­to­ren müs­sen ein­ge­führt wer­den. Dazu muss umfas­sen­de Trans­pa­renz geschaf­fen wer­den, um will­kür­li­chen Ent­schei­dun­gen der Hoch­schu­len vor­zu­beu­gen und Stu­die­ren­den eine ver­läss­li­che Pla­nung ihrer Hoch­schul­kar­rie­re zu ermöglichen.

Ech­te Ori­en­tie­rung statt Knock-Out Prüfungsmodalitäten
Die Stu­di­en­ein­gangs- und Ori­en­tie­rungs­pha­se (StEOP) dient in ihrer jet­zi­gen Form pri­mär dazu Stu­die­ren­de aus­zu­sor­tie­ren und nicht dem Zurecht­fin­den im Stu­di­um. Sie ver­fehlt damit gänz­lich ihren Zweck. Die FLÖ for­dern daher eine Umge­stal­tung der jet­zi­gen StEOP zu einer ech­ten Ori­en­tie­rungs­pha­se ohne Knock-Out-Cha­rak­ter, wo ein Stu­di­en­wech­sel danach ein­fach mög­lich sein soll. Wei­ters müs­sen grund­le­gen­de recht­li­che The­men allen Stu­die­ren­den bereits zu Beginn des Stu­di­ums ver­mit­telt wer­den, um wei­te­ren Pro­ble­men im Stu­di­um vor­zu­wir­ken. Wich­ti­ger ist jedoch der umfas­sen­de qua­li­ta­ti­ve und quan­ti­ta­ti­ve Aus­bau der Bera­tun­gen in der schu­li­schen Ausbildung.

Freie Wahl­fä­cher für alle Studierenden
Freie Wahl­fä­cher die­nen dazu den per­sön­li­chen Hori­zont zu erwei­tern und eige­ne Inter­es­sen zu stär­ken. Die FLÖ set­zen sich daher für die Ein­füh­rung von frei­en Wahl­fä­chern in allen Stu­di­en ein. Wei­ters for­dern wir mehr Wahl­frei­heit und die Stär­kung von indi­vi­du­el­len Schwer­punkt­set­zun­gen in allen Stu­di­en. Alle Stu­di­en- und Prü­fungs­ord­nun­gen sol­len auf die Mög­lich­keit eines Teil­zeit­stu­di­ums aus­ge­rich­tet wer­den, um auch für fami­li­är, sozi­al oder finan­zi­ell gebun­de­ne Stu­die­ren­de ein Stu­di­um zu ermöglichen.

Eigen­ver­ant­wor­tung im Studium
Hoch­schu­le bedeu­tet Eigen­ver­ant­wor­tung. Dazu zäh­len das auto­no­me Erstel­len des Stun­den­plans sowie das selbst­stän­di­ge Ein­tei­len der Arbeits­zeit. Daher set­zen sich die FLÖ für Abschaf­fung über­trie­be­ner Anwe­sen­heits­pflich­ten ein, um einer wei­te­ren Ver­schu­lung des Hoch­schul­sek­tors ent­ge­gen­zu­wir­ken. Den Stu­die­ren­den soll mehr Ver­ant­wor­tung in die eige­nen Hän­de gege­ben wer­den. Um dies im Stu­di­en­all­tag auch zu ermög­li­chen for­dern wir des Wei­te­ren eine Mini­mie­rung der in vie­len Cur­ri­cu­la ent­hal­te­nen Voraussetzungsketten.

Aus­bau von Mobilitätsprogrammen
In den Zei­ten der inter­na­tio­nal ver­netz­ten Arbeits­welt muss auch die Bil­dung über Län­der­gren­zen hin­weg durch­läs­si­ger wer­den. Daher set­zen sich die FLÖ für Stu­di­en­plä­ne ein, wel­che auch Raum für Aus­lands­auf­ent­hal­te und inter­na­tio­na­le The­men bie­ten. Dadurch soll Hoch­schul­ab­sol­ven­tIn­nen eine bes­se­re Wett­be­werbs­fä­hig­keit im inter­na­tio­na­len Ver­gleich ermög­licht werden.

Unter­stüt­zung von Ver­net­zung für loka­le Vertretungen
Die FLÖ set­zen sich auch zukünf­tig für die Ver­net­zung und Wei­ter­bil­dung der Stu­di­en­ver­tre­tun­gen, Refe­ra­te und Hoch­schul­ver­tre­tun­gen ein. Die­se Unter­stüt­zung muss von der ÖH Bun­des­ver­tre­tung orga­ni­siert und finan­ziert wer­den. Damit legen wir die Basis für kom­pe­ten­te Bera­tung und eine star­ke Ver­tre­tung für alle Studierenden.