Forderungen

Leistbarer Studienalltag

Leistbare Tickets für Öffis
Um die Mobilität der Studierenden leistbarer zu machen, fordern wir ein günstiges Öffiticket für Studierende ohne Koppelung an eine Altersgrenze. Dabei soll die Arbeit der letzten Jahre fortgesetzt werden und in weiterer Folge ein österreichweites Studierendenticket umgesetzt werden.

Gerechtes Beihilfensystem: Studienbeihilfe, Familienbeihilfe
Seit Jahren ist die Studienbeihilfe trotz Inflation nicht angepasst worden. Auch die Altersgrenze der Familienbeihilfe wurde auf 24/25 Jahre herabgesetzt. Da das Leben trotzdem nicht billiger geworden ist, bleibt den Studierenden real weniger Geld. Wir fordern daher endlich eine Anpassung der Beihilfen. Auch die Herabsetzung der Altersgrenze der Familienbeihilfe muss rückgängig gemacht werden und wieder bis mindestens 27 möglich sein.

Leistbares Wohnen
Neben einem generellen Anstieg der Lebenshaltungskosten zeigt die Studierendensozialerhebung 2015 deutlich, dass Studierende den größten Teil des ihnen zur Verfügung stehenden Geldes fürs Wohnen ausgeben müssen. Nicht nur die steigenden Preise des privaten Wohnungsmarktes tragen zu dieser Situation bei, auch die Plätze in Studierendenheimen werden aufgrund des steigenden Bedarfs immer teurer. Wir fordern daher einen Ausbau von leistbaren Studierendenwohnheimen und die Entwicklung von neuen
Wohnraumkonzepten, um Studierenden den Start in ein eigenständiges Leben zu erleichtern.

Abschaffung des Studienbeitrags
Durch Studienbeiträge wird die Ungleichbehandlung Studierender in der österreichischen Hochschullandschaft maßgeblich mitverursacht. Neben den schwerwiegenden sozialen Folgen verschulden sie auch einen unnötigen Verwaltungsaufwand, der sich durch die Gebühren selbst deckt und keinen Beitrag zur Ausfinanzierung der Hochschulen leistet. Gerade Drittstaaten-Studierende, die den doppelten Studienbeitrag entrichten müssen und ohnehin auch durch Benachteiligungen am Arbeitsmarkt höheren Belastungen ausgesetzt sind, werden durch die aktuellen Regelungen massiv diskriminiert. Daher fordern wir die endgültige Abschaffung der Studienbeiträge für alle, unabhängig von der Studiendauer, um den freien Hochschulzugang gewährleisten zu können.

Zuverdienstgrenzen
Derzeit beträgt die Zuverdienstgrenze 10.000 €. Viele Studierende sind sowohl auf Beihilfen oder Stipendien als auch auf ihr Einkommen angewiesen, um studieren zu können. Die Tatsache, dass über die Zuverdienstgrenze hinausgehende Einkünfte in vollem Umfang von den Beihilfen abgezogen werden, führt zu absurden Situationen. Um sich ihr Studium finanzieren zu können, arbeiten Studierende knapp unter der Zuverdienstgrenze, jede zusätzliche Tätigkeit neben dem Studium verzögert aber den Studienfortschritt, führt aber nicht zu den notwendigen finanziellen Ressourcen. Daher setzen wir uns dafür ein, die Zuverdienstgrenze für Studierende, die Familienbeihilfe, Studienbeihilfe oder SelbsterhalterInnenstipendium beziehen, zu erhöhen.

Versicherungen
Sind Studierende nicht mit ihren Eltern mitversichert, müssen sie sich selbst versichern, um nicht im Falle einer Behandlung sämtliche Kosten selbst tragen zu müssen. Die studentische Selbstversicherung ist in ihrer Dauer jedoch beschränkt. Daher sind viele Studierende gezwungen nach deren Ablauf in die Selbstversicherung für geringfügig Angestellte wechseln. Wir fordern leistbare und niederschwellige Krankenversicherung für Studierende, die nicht mit ihren Angehörigen mitversichert sind.

Workload
Für einen Studienerfolg müssen Studierende viele Pflichtlehrveranstaltungen besuchen, die mit starren Anwesenheitspflichten verbunden sind und nur zu unflexiblen Zeiten abgehalten werden. Da Studierende oft zusätzlich zu ihrem Studium arbeiten gehen sowie auch Betreuungspflichten nachkommen müssen oder sich anderweitig engagieren, haben sie mit einem hohem Workload und daraus folgenden Belastungen zu kämpfen. Wir fordern die Sicherung der Studierbarkeit für Studierende, die aufgrund von Betreuungspflichten oder Berufstätigkeit keinem Vollzeitstudienmodell folgen können.

Qualität im Studium

Freier Hochschulzugang
Alle StudienwerberInnen müssen die gleichen Chancen für eine Zulassung zum Studium haben. Wir sprechen uns für einen freien Hochschulzugang aus. Sofern jedoch Zugangsbeschränkungen existieren, sollen diese so fair wie möglich gestaltet werden. Langfristiges Ziel muss dennoch die Abschaffung dieser sein. Um das zu ermöglichen, müssen die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden – entweder durch den Ausbau der Kapazitäten an bestehenden Hochschulen oder durch die Schaffung neuer Standorte sowie durch den massiven Ausbau qualitativ hochwertiger Beratungsangebote für StudienwerberInnen. Gebühren für Aufnahmetests müssen abgeschafft werden, um Studierende mit sozioökonomisch schwächerem Hintergrund nicht am Hochschulzugang zu hindern. Die FLÖ sprechen sich dafür aus, dass an allen Hochschulen die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um qualitativ hochwertiges Studieren zu ermöglichen – ohne Zugangsbeschränkungen.

Qualität in der Lehre
Verpflichtende Lehrveranstaltungsevaluierungen, um eine Stärkung der Lehre an den Hochschulen zu bewirken, sind die Grundlage einer zu etablierenden Qualitätskultur. Positive sowie negative Leistungen sollen verpflichtend veröffentlicht werden und nachvollziehbare Auswirkungen haben. Durch diese transparenten Maßnahmen wird eine Verbesserung der Lehrqualität und erzielt. Die Etablierung einer nachhaltigen Qualitätssicherung kann nur durch eine umfassende Einbindung und Berücksichtigung der Studierenden erreicht werden. Wir fordern verpflichtende didaktische und technische Fortbildungen für alle Lehrenden, um eine nachhaltige Qualitätssicherung an den Hochschulen zu gewährleisten. Gleichzeitig wollen wir einen Ausbau des Lehrveranstaltungsangebots mit neuen Medien und die Erweiterung der digitalen Lehre (z.B. Blendend Learning, Mooc‘s) forcieren.

Durchlässigkeit
Die Durchlässigkeit an den Hochschulen muss dringend verbessert werden, sowohl bei der Studienzulassung als auch beim Studienwechsel. Einheitliche Standards für Übergänge zwischen und innerhalb der Hochschulsektoren müssen eingeführt werden. Dazu muss umfassende Transparenz geschaffen werden, um willkürlichen Entscheidungen der Hochschulen vorzubeugen und Studierenden eine verlässliche Planung ihrer Hochschulkarriere zu ermöglichen.

Echte Orientierung statt Knock-Out Prüfungsmodalitäten
Die Studieneingangs- und Orientierungsphase (StEOP) dient in ihrer jetzigen Form primär dazu Studierende auszusortieren und nicht dem Zurechtfinden im Studium. Sie verfehlt damit gänzlich ihren Zweck. Die FLÖ fordern daher eine Umgestaltung der jetzigen StEOP zu einer echten Orientierungsphase ohne Knock-Out-Charakter, wo ein Studienwechsel danach einfach möglich sein soll. Weiters müssen grundlegende rechtliche Themen allen Studierenden bereits zu Beginn des Studiums vermittelt werden, um weiteren Problemen im Studium vorzuwirken. Wichtiger ist jedoch der umfassende qualitative und quantitative Ausbau der Beratungen in der schulischen Ausbildung.

Freie Wahlfächer für alle Studierenden
Freie Wahlfächer dienen dazu den persönlichen Horizont zu erweitern und eigene Interessen zu stärken. Die FLÖ setzen sich daher für die Einführung von freien Wahlfächern in allen Studien ein. Weiters fordern wir mehr Wahlfreiheit und die Stärkung von individuellen Schwerpunktsetzungen in allen Studien. Alle Studien- und Prüfungsordnungen sollen auf die Möglichkeit eines Teilzeitstudiums ausgerichtet werden, um auch für familiär, sozial oder finanziell gebundene Studierende ein Studium zu ermöglichen.

Eigenverantwortung im Studium
Hochschule bedeutet Eigenverantwortung. Dazu zählen das autonome Erstellen des Stundenplans sowie das selbstständige Einteilen der Arbeitszeit. Daher setzen sich die FLÖ für Abschaffung übertriebener Anwesenheitspflichten ein, um einer weiteren Verschulung des Hochschulsektors entgegenzuwirken. Den Studierenden soll mehr Verantwortung in die eigenen Hände gegeben werden. Um dies im Studienalltag auch zu ermöglichen fordern wir des Weiteren eine Minimierung der in vielen Curricula enthaltenen Voraussetzungsketten.

Ausbau von Mobilitätsprogrammen
In den Zeiten der international vernetzten Arbeitswelt muss auch die Bildung über Ländergrenzen hinweg durchlässiger werden. Daher setzen sich die FLÖ für Studienpläne ein, welche auch Raum für Auslandsaufenthalte und internationale Themen bieten. Dadurch soll HochschulabsolventInnen eine bessere Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich ermöglicht werden.

Unterstützung von Vernetzung für lokale Vertretungen
Die FLÖ setzen sich auch zukünftig für die Vernetzung und Weiterbildung der Studienvertretungen, Referate und Hochschulvertretungen ein. Diese Unterstützung muss von der ÖH Bundesvertretung organisiert und finanziert werden. Damit legen wir die Basis für kompetente Beratung und eine starke Vertretung für alle Studierenden.