FLÖ: Bundesregierung gibt Studierende endgültig auf

Die Unab­hän­gi­gen Fach­schafts­lis­ten Öster­reichs (FLÖ) sind fas­sungs­los über die Abschaf­fung der Fami­li­en­bei­hil­fe nach dem 24. Lebensjahr.

Um mit 24 das Stu­di­um abschlie­ßen zu kön­nen, muss man in Min­dest­stu­di­en­zeit stu­die­ren. Auf­grund nicht vor­han­de­ner Semi­nar- und Labor­plät­ze ent­ste­hen in vie­len Stu­di­en­rich­tun­gen War­te­zei­ten, die einen Stu­di­en­ab­schluss inner­halb die­ser Zeit nicht ein­mal ansatz­wei­se mög­lich machen“, so Kili­an Stark von den Unab­hän­gi­gen Fach­schaft­lis­ten Österreichs.

Die Stu­die­ren­den­so­zi­al­er­he­bung zeigt, dass bereits jetzt 60% der Stu­die­ren­den berufs­tä­tig sind, um sich ihr Stu­di­um zu finan­zie­ren. Ihnen ist es kaum mög­lich ihr Stu­di­um neben dem Erwerb ihres Lebens­un­ter­halts abzu­schlie­ßen. Es trifft wie­der die sozi­al Schwa­chen.“, ärgert sich Bea­te Treml von den FLÖ.

Denn durch den Ver­lust der Fami­li­en­bei­hil­fe kann auch die Mög­lich­keit der Mit­ver­si­che­rung mit den Eltern weg­fal­len. Stu­die­ren­den wer­den also durch die Not­wen­dig­keit einer Selbst­ver­si­che­rung noch stär­ker finan­zi­ell belas­tet. Durch die Kür­zun­gen der Aus­ga­ben im Bereich der Fami­lie will die Regie­rung etwa 353 Mil­lio­nen ein­spa­ren. Davon soll jedoch nur ein gerin­ger Teil wie­der in die Fami­li­en und die Aus­bil­dung der kom­men­den Gene­ra­ti­on inves­tiert werden.

Ein Her­ab­set­zen des Bezugs­al­ters bedeu­tet außer­dem einen gene­rel­len Weg­fall der Fami­li­en­bei­hil­fe für Dok­to­rats­stu­die­ren­de. Die ohne­hin schon pre­kä­re finan­zi­el­le Lage von Nach­wuchs­for­sche­rin­nen und Nach­wuchs­for­schern wird durch den Weg­fall der Fami­li­en­bei­hil­fe und die zusätz­li­che Belas­tung der Selbst­ver­si­che­rung noch ver­schärft, ein sol­ches Stu­di­um ist dadurch kaum mehr mög­lich. Öster­reich ist in Zukunft mehr denn je auf vie­le gut aus­ge­bil­de­te Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler ange­wie­sen. Die Regie­rung unter­nimmt jedoch alles um jun­ge Men­schen von einer Kar­rie­re in For­schung und Ent­wick­lung abzuhalten.

80 Mil­lio­nen Euro mehr für die Uni­ver­si­tä­ten sind blan­ker Zynis­mus. Auf­ge­teilt auf 21 Uni­ver­si­tä­ten ent­spricht dies nicht ein­mal 2,5% des Jah­res­bud­gets einer mit­tel­gro­ßen Uni­ver­si­tät in Öster­reich“, kri­ti­siert Kili­an Stark.

Eine sofor­ti­ge und blei­ben­de Aus­fi­nan­zie­rung der Uni­ver­si­tä­ten und eine dau­er­haf­te Infla­ti­ons­an­pas­sung sind der ein­zi­ge Weg die Uni­ver­si­tä­ten nicht gegen die Wand fah­ren zu las­sen. Höhe­re Bil­dung muss der Regie­rung mehr wert sein als 80 Mil­lio­nen Euro, damit Öster­reich im inter­na­tio­na­len Wett­be­werb auch in Zukunft bestehen kann.

Ein­mal mehr haben Fay­mann und Pröll gezeigt, wie unwich­tig ihnen Inves­ti­tio­nen in die Zukunft sind. Die­ses Bud­get ist nicht nur ein erneu­ter Ver­rat an den sozi­al Schwa­chen und der Jugend, son­dern auch der Todes­stoß für die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der öster­rei­chi­schen Wis­sen­schaft und For­schung“, schließt Bea­te Treml.