FLÖ: Steigende Studierendenzahlen sind nicht peinlich!

Unab­hän­gi­ge Fach­schaft­lis­ten Öster­reichs emp­fin­den stei­gen­de Stu­die­ren­den­zah­len nicht als pein­lich. Poli­tik und Rek­to­ren füh­ren mit Vor­schlä­gen zu Zugangs­be­schrän­kun­gen Matu­ra ad absur­dum.

Die Schuld an den kata­stro­pha­len Zustän­den an öster­rei­chi­schen Uni­ver­si­tä­ten bei aus­län­di­schen, vor allem deut­schen Stu­die­ren­den zu suchen, igno­riert den Kern des Pro­blems. „Die öster­rei­chi­schen Uni­ver­si­tä­ten sind unter­fi­nan­ziert und die wei­te­ren Spar­plä­ne der Regie­rung skan­da­lös! Dar­an ändert der klei­ne Anteil deut­scher Stu­die­ren­der (12%) auch nichts mehr. Viel­mehr ist es die Suche nach einem Sün­den­bock, um die wirk­li­chen Pro­ble­me der öster­rei­chi­schen Bil­dungs­land­schaft nicht in Angriff neh­men zu müs­sen.“ kri­ti­siert Bea­te Treml von den Unab­hän­gi­gen Fach­schafts­lis­ten Öster­reichs (FLÖ).

Mit der neu­er­li­chen For­de­rung nach Zugangs­be­schrän­kun­gen an öster­rei­chi­schen Uni­ver­si­tä­ten akzep­tie­ren Lan­des­haupt­frau Burg­stal­ler (SPÖ) und die Rek­to­ren­kon­fe­renz (uni­ko) die skan­da­lö­sen Spar­plä­ne der Regie­rung. Die unab­hän­gi­gen Fach­schafts­lis­ten Öster­reichs (FLÖ) emp­fin­den, im Gegen­satz zu uni­ko – Vor­sit­zen­dem Sün­kel, stei­gen­de Stu­die­ren­den­zah­len nicht als pein­lich und for­dern alter­na­ti­ve Ide­en für die bud­ge­tä­re Ver­bes­se­rung an den Uni­ver­si­tä­ten. Eine Ent­rüm­pe­lung der Stu­di­en­plä­ne wür­de finan­zi­el­le Mit­tel brin­gen und sinn­lo­se, inhalt­li­che Red­un­dan­zen eli­mi­nie­ren. Außer­dem for­dern die FLÖ die Regie­rung auf, ihr Ver­spre­chen ein­zu­hal­ten und das Bud­get für den ter­tiä­ren Bil­dungs­sek­tor auf min­des­tens 2% des BIP auf­zu­sto­cken. Eine Ein­füh­rung von flä­chen­de­cken­den Zugangs­be­schrän­kun­gen in Öster­reich wür­de hin­ge­gen die Matu­ra als all­ge­mei­ne Hoch­schul­rei­fe ad absur­dum füh­ren.

Als ein­zi­ge par­tei­un­ab­hän­gi­ge Stu­die­ren­den­ver­tre­tung in Öster­reich spre­chen wir uns klar gegen Zugangs­be­schrän­kun­gen aus. Gleich­zei­tig muss dem skan­da­lö­sen Geschäft mit Vor­be­rei­tungs­kur­sen an Uni­ver­si­tä­ten mit bestehen­den Zugangs­be­schrän­kun­gen Ein­halt gebo­ten wer­den.“, for­dert Bea­te Treml von den FLÖ.

Die­se skan­da­lö­se Pri­va­ti­sie­rung des Bil­dungs­we­sens muss gestoppt wer­den, denn Uni­ver­si­täts­vor­bil­dung ist Auf­ga­be der Schu­len. Teu­re Vor­be­rei­tungs­kur­se zemen­tie­ren die sozia­len Unge­rech­tig­kei­ten im öster­rei­chi­schen Bil­dungs­sys­tem wei­ter ein.

Die unab­hän­gi­gen Fach­schafts­lis­ten Öster­reichs for­dern eine umge­hen­de Unter­su­chung, wel­che Wege die durch bestehen­de Zugangs­be­schrän­kun­gen abge­lehn­ten Stu­die­ren­den ein­schla­gen. Vie­le begin­nen offen­bar mit alter­na­ti­ven Stu­di­en, ver­su­chen die Auf­nah­me nach einem Stu­di­en­jahr erneut und gel­ten damit als „drop outs“. Ande­re hal­ten sich mit ekla­tant unter­be­zahl­ten Jobs über Was­ser oder machen gar Gra­tis-Prak­ti­ka.

Eine wei­te­re Unter­su­chung ist auch bei Knock-Out-Opfern erfor­der­lich, weil mit­tel­fris­tig die Jugend­ar­beits­lo­sig­keit bei wei­te­ren Zugangs­be­schrän­kun­gen eine mas­si­ve Erhö­hung erfah­ren wür­de. Es wäre ein Armuts­zeug­nis für die öster­rei­chi­sche Bil­dungs­po­li­tik, das zuzu­las­sen.“, warnt Eva Schmal­hart von den FLÖ.

Rück­fra­ge­hin­weis:
Mar­tin Schott
ÖH-Bun­des­ver­tre­tungs­man­da­tar FLÖ
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