Medizinerinnen braucht das Land

Das schwächere Abscheiden von Frauen beim EMS-Test an den Medizinunis Wien und Graz zeigt Abgründe der österreichischen Bildungspolitik auf.

Die unabhängigen Fachschaftslisten (FLÖ) zeigen sich schockiert über die heute veröffentlichen Ergebnisse beim Eingangstest für AnwärterInnen zum Medizinstudium. Durch dieses Ergebnis wird wieder einmal eindrucksvoll bewiesen, dass die österreichische Bildungspolitik versagt hat. Für die österreichischen Maturantinnen, die diese Miesere ausbaden müssen, ist dies allerdings in jedem Fall eine unzumutbare Situation.

„Die österreichische Bundesregierung ist nun gefordert, so rasch als möglich zielgerichtet Maßnahmen zu ergreifen, um endlich der so offensichtlichen Benachteiligung der Frauen im Bildungswesen entgegenzuwirken“, so Hartwig Brandl (FLÖ-Bundessprecher).

Die Gründe für das schlechtere Abschneiden von Frauen mögen vielfältig sein, aber es steht außer Frage, dass es im österreichischen Schulsystem dringend Veränderungen braucht. Dies betrifft das ganze System, in dem immer noch vor allem Mädchen und Kinder aus bildungsfernen Schichten massiv benachteiligt werden.

„Gute Ansätze, wie das Schulsystem verbessert werden kann, sind vorhanden, jedoch werden diese zurzeit leider durch indiskutable Vorschläge wie Tests für Dreijährige aus der Öffentlichkeit verdrängt“, bemerkt Eva Schmalhart, Vorsitzende der ÖH an der Uni Linz.

Die unabhängigen Fachschaftslisten Österreichs fordern die Österreichische Bundesregierung auf nicht parteipolitische Grabenkämpfe auf dem Rücken der Jugend auszutragen, sondern endlich die seit langem bekannten Probleme im österreichischen Schulsystem anzugehen.