ÖH-Wahlen: Entwicklung der Wahlbeteiligung unterscheidet sich stark

Wahlbeteiligung von 2001 bis 2005 an jenen Unis am stärksten gestiegen, wo die ÖH von unabhängigen Fachschaftslisten geführt wurde.

Eine von den unabhängigen Fachschaftslisten Österreichs durchgeführte Analyse der Entwicklung der ÖH-Wahlbeteiligung von 2001 bis 2005 zeigt, dass die parteiunabhängig geführten HochschülerInnenschaften tendenziell höhere Wahlbeteiligungen zu verzeichnen hatten, als die von parteinahen Fraktionen geführten ÖHs. Darüber hinaus waren jene ÖH-Universitätsvertretungen, die in den letzten 4 Jahren die stärksten Anstiege bei der Wahlbeteiligung zu verzeichnen hatten, fast ausschließlich von unabhängigen Fachschaftslisten geführt.

Während die bundesweite Wahlbeteiligung bei ÖH-Wahlen von 2001 bis 2005 nur um geringfügige 2,6 Prozentpunkte (auf 30,5%) gestiegen ist, konnte beispielsweise an der Uni Klagenfurt im selben Zeitraum ein Anstieg der Wahlbeteiligung um 16,3 Prozentpunkte (von 24,1% auf 40,4%) verzeichnet werden [was einem mehr als 6 mal so hohen Anstieg entspricht.]

Auch die HochschülerInnenschaften an der Uni Linz (geführt von der unabhängigen ÖSU Linz) und der TU Graz (geführt von der unabhängigen Fachschaftsliste) hatten mit Zuwächsen von 10,4% bzw. 6,4% stark überdurchschnittliche Anstiege der Wahlbeteiligung zu verzeichnen, während beispielsweise die von GRAS, VSSTÖ und KSV geführte ÖH an der Uni Wien mit einem Rückgang von 2,7 Prozentpunkten auf den Tiefstwert von 26,5% das absolute Schlusslicht in der Wahlbeteiligung bildet. Aber auch die von der ÖVP-nahen Aktionsgemeinschaft geführte ÖH WU liegt mit einem Absinken der Wahlbeteiligung um 0,3% auf 29,8% hinter dem Bundesschnitt zurück.

Auffallend ist weiters, dass von jenen sieben ÖH-Universitätsvertretungen, deren Anstieg bei der Wahlbeteiligung von 2001 bis 2005 über dem Bundesschnitt lag, gleich fünf von unabhängigen Fachschaftslisten angeführt wurden (Uni Klagenfurt/PLUS, Uni Linz/ÖSU Linz, TU Graz/Fachschaftsliste, Uni Graz/FLUG, TU Wien/Fachschaftsliste), während nur zwei ÖHs von parteinahen Fraktionen geführt waren (Uni Innsbruck/GRAS, Uni Leoben/AG).

Mit Interesse wird diesmal vor allem Klagenfurt beobachtet, wo die ÖH-Führung nach vier unabhängigen Jahren seit der letzten Wahl wieder von parteinahen Fraktionen geführt wird. „Wir hoffen zwar alle auf eine hohe Wahlbeteiligung, befürchten aber, dass die von GRAS und VSSTÖ geführte ÖH Klagenfurt aufgrund ihrer machtbewussten Führung und ihrer dürftigen Informationspolitik den Aufwärtstrend nicht halten wird können“, so Daniel Gunzer, Spitzenkandidat der Klagenfurter PLUS.

„Auch wenn die Wahlbeteiligung bei ÖH-Wahlen traditionell immer recht niedrig ist, zeigt sich eines sehr klar: Kompetente und seriöse Interessensvertretung wird von den Studierenden offenbar doch honoriert; denn die von uns geführten HochschülerInnenschaften hatten in den letzten Jahren mit Abstand die stärksten Anstiege bei der Wahlbeteiligung zu verzeichnen“, zeigt sich der Bundessprecher der unabhängigen Fachschaftslisten Österreichs, Hartwig Brandl, abschließend vorsichtig optimistisch.

Rückfragehinweis:

Hartwig Brandl – Bundessprecher
hbrandl@htu.tugraz.at