Fachschaftslisten Österreichs (FLÖ) lehnen das Modell zur Refundierung der Studiengebühren ab

FLÖ erzürnt über Untätigkeit der Bundesvertretung

„Das vorgeschlagene Modell ist von vornherein zum Scheitern verurteilt“ so Hartwig Brandl, Bundessprecher und Mitglied des SpitzenkandidatInnenteams der unabhängigen Fachschaftslisten Österreichs. „Der Vorschlag entspricht nicht der Lebensrealität der Studierenden und wird daher nicht angenommen werden.“ ergänzt Anna Koll vom SpitzenkandidatInnenteam der FLÖ.

Untermauert wurde diese These von Wissenschaftsminister Dr. Johannes Hahn, der keine Einschätzung abgeben konnte, wie viele Studierende das Angebot annehmen werden. „Es wirkt, als würde das Ministerium selbst nicht an den Erfolg des Modells glauben.“ ergänzt Brandl.

Erzürnt zeigt sich Brandl darüber dass laut Bundesminister Hahn die von VSSTÖ und GRAS geführte Bundesvertretung bisher nach eigenen Angaben noch keine Zeit hatte den ihnen seit 14 Tagen vorliegenden Entwurf zu studieren. Denn „auch in Wahlkampfzeiten darf die Interessensvertretung nicht brachliegen. Hätte die Bundesvertretung den Entwurf an die Universitätsvertretungen weitergeleitet, so hätten diese garantiert Zeit gefunden ihn zu studieren und fundierte Anmerkungen zu machen“ ärgert sich Brandl.

„Schade ist auch die heutige Ankündigung von Bundesminister Hahn, dass dieses Modell ’nur für jene die grundsätzlich Stipendien beziehen können‘ gelten soll, demnach also an Altersgrenzen gebunden wäre. Es zeugt davon, dass lebenslanges Lernen nach wie vor nicht ernst genommen wird.“ führt Matthias Nowak vom SpitzenkandidatInnenteam der FLÖ aus.

„Das geplante Mentoring in welchem zehn- bis 14-jährige von Studierenden ab dem ersten Semester betreut werden, ist aus unserer Sicht pädagogisch bedenklich. Vor allem vor dem Hintergrund, dass der Wert der Arbeit für Studierende mit circa sechs Euro bemessen wird.“ so Brandl weiter. „Gängige Preise am freien Markt für reine Nachhilfe liegen weit darüber. Jede und jeder kann sich ausrechnen, welche Studierenden sich am freien Markt verdienen und welche sich von den Studiengebühren befreien lassen werden“ ergänzt Eva Maria Dröscher vom SpitzenkandidatInnenteam der FLÖ.

Die Beratung von MaturantInnen – im Modell Tutoring genannt – wird momentan von der ÖH auf hohem Niveau geboten. Wie Bundesminister Dr. Johannes Hahn schon feststellte, bedarf es hierzu fundierter Kenntnisse nicht nur über das eigene Studium, sondern weit darüber hinaus.

Als ÖH sind wir darauf angewiesen, hierfür die Geeignetsten zu finden, um tatsächlich die Drop-Out Raten zu senken. In Zukunft wird dies durch die Einschränkungen, welche uns unter dem Modell dann auferlegt wären, wesentlich schwieriger werden.

„Das Konzept ist in seiner bisherigen Form abzulehnen. Wir verschließen uns keinesfalls dem Dialog sondern bringen gerne unsere Erfahrungen in den Prozess ein“ schließt Brandl.

Fachschaftslisten Österreichs:

Die unabhängigen Fachschaftslisten Österreichs sind eine politische, aber parteiunabhängige Fraktion innerhalb der Österreichischen Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft. Sie sind auf fast allen Universitäten und in allen Ebenen der ÖH vertreten. Ihr Credo ist „von Studierenden, für Studierende“. Aufgrund ihrer starken Präsenz in den studierendennahen Studienvertretungen kennen sie die Probleme der Studierenden genau und arbeiten ohne Einfluss einer Partei an Lösungen.

Die unabhängigen Fachschaftslisten Österreichs sind die viertstärkste Fraktion in der ÖH-Bundesvertretung und sind auf 10 Universitäten im Vorsitz vertreten.

Rückfragehinweis:

Hartwig Brandl – Bundessprecher
hbrandl@htu.tugraz.at

Gabor Sas
gsas@fsmat.at