Elite-Uni wird höchstens Forschungsfeld für JuristInnen

Das Gesetz zur Eli­te-Uni (Insti­tu­te of Sci­ence and Tech­no­lo­gy – Aus­tria) ist so unge­nau for­mu­liert, dass Rechts­strei­tig­kei­ten zum All­tags­ge­schäft in Gug­ging gehö­ren wer­den. Die Grund­la­ge für ein hoch­wer­ti­ges For­schungs­in­sti­tut ist nicht gege­ben.

Der Geset­zes­text zur Errich­tung einer Eli­te-Uni im viel­dis­ku­tier­ten Gug­ging ist als erneu­te, undurch­dach­te Ruck-Zuck-Akti­on ein­zu­stu­fen und wur­de wie­der ein­mal mit­tels eines Initia­tiv­an­trags, der kei­ne offi­zi­el­le Begut­ach­tungs­frist vor­sieht, ein­ge­bracht.

In einer Stel­lung­nah­me kri­ti­sie­ren die unab­hän­gi­gen Fach­schafts­lis­ten Öster­reichs (kurz FLÖ) vor allem die schlam­pi­ge und unge­naue For­mu­lie­rung, durch die in keins­ter Wei­se eine Grund­la­ge für das Funk­tio­nie­ren einer Spit­zen­for­schungs­ein­rich­tung gege­ben ist. „Ange­fan­gen von schwam­mi­gen For­mu­lie­run­gen wie ‚wis­sen­schaft­li­che inter­na­tio­nal aner­kann­te Per­sön­lich­keit…’ über man­geln­de Prä­zi­sie­run­gen der Rechts­grund­la­gen und endend bei der Nicht­exis­tenz von Bestim­mun­gen über Cur­ri­cu­la und die Durch­füh­rung von PhD-Pro­gram­men stellt die­ses Gesetz eine opti­ma­le Grund­la­ge für Rechts­strei­tig­kei­ten dar.“ erklärt Katha­ri­na Guge­rell (FLÖ) das Pro­blem.

Ein wei­te­rer Kri­tik­punkt am Gesetz ist die Beset­zung der Ent­schei­dungs­gre­mi­en der Uni­ver­si­tät, die zu einem gro­ßen Teil vom Bund und dem Land Nie­der­ös­ter­reich beschickt wer­den – hier ist mit einer mas­si­ven par­tei­po­li­ti­schen Ein­fluss­nah­me zu rech­nen, die für ein
unab­hän­gi­ges For­schungs­in­sti­tut abso­lut abzu­leh­nen ist.

Abschlie­ßend betont Gabor Sas, Bun­des­spre­cher der FLÖ: „ Für die Errich­tung der Eli­te-Uni dür­fen kei­nes­falls Mit­tel aus dem regu­lä­ren Uni­ver­si­täts­bud­get abge­zo­gen wer­den. Gut dotier­te und leis­tungs­fä­hi­ge Uni­ver­si­tä­ten sind eine wich­ti­ge Vor­aus­set­zung für die öster­rei­chi­sche Gesell­schaft und auch für ein Spit­zen­in­sti­tut.“

Fach­schafts­lis­ten Öster­reich:
Die unab­hän­gi­gen Fach­schafts­lis­ten Öster­reich sind eine poli­ti­sche, aber par­tei­un­ab­hän­gi­ge Frak­ti­on in der Öster­rei­chi­schen Hoch­schü­le­rin­nen- und Hoch­schü­ler­schaft. Sie sind auf fast allen Uni­ver­si­tä­ten und in allen Ebe­nen der ÖH ver­tre­ten. Ihr Cre­do ist
„von Stu­die­ren­den, für Stu­die­ren­de“ Auf­grund ihrer hohen Prä­senz in den stu­die­ren­den­na­hen Stu­di­en­ver­tre­tun­gen ken­nen sie die Pro­ble­me der Stu­die­ren­den genau und arbei­ten ohne Ein­fluss einer Par­tei an Lösun­gen.

Rück­fra­ge­hin­weis:
Gabor Sas, Bun­des­spre­cher, gsas@​fsmat.​at